Mitsprache von Schüler:innen in Köln

Die Umfrage ist abgeschlossen. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse erfolgt am 26. Februar.

Die Umfrage erhebt Daten einer repräsentativen Anzahl von Schüler:innen aller weiterführenden Schultypen und aller Stadtbezirke Kölns bezüglich ihrer Erfahrungen, Anliegen und Wünsche in Bezug ihre Möglichkeiten zur Mitbestimmung bei der Gestaltung ihres Schulalltags.

Hintergrund

Eine gesamtheitliche Betrachtung dieser Erfahrungen, Anliegen und Wünsche erscheint in der aktuellen Lage besonders wünschenswert. Erste Studien (siehe etwa M. Albert oder S. Andresen) legen nahe, dass Jugendliche während der Pandemie sowohl einen bedeutenden Vertrauensverlust in unser demokratisches System als auch eine sehr konkrete persönliche Ohnmachtserfahrung erlitten haben – auch und gerade in der Schule. Dabei ist die Erfahrung von Selbstwirksamkeit eine elementare Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben in einer demokratischen Gesellschaft. Angesichts dessen erscheinen die letztjährigen Forderungen von Schulsprecher:innen deutschlandweit nach besseren und ernstgemeinten Beteiligungsmöglichkeiten nicht nur gerechtfertigt, sondern von erhöhter Dringlichkeit.

Zielsetzung

Ziel der vorliegenden Umfrage ist es somit, die aktuellen Bedürfnisse von Schüler:innen zu dokumentieren und damit eine Grundlage zu schaffen für eine konstruktive Auseinandersetzung mit der Frage, wie Beteiligung und Mitbestimmung im schulischen Kontext in Zukunft gestaltet werden können und sollten.

Verwendung

Die Umfrage beschränkt sich auf den Raum Köln und stellt ein Modellprojekt dar. Einerseits soll dadurch eine effiziente Durchführung, Auswertung und Publikation gewährleistet werden, um das Thema zeitnah in die Öffentlichkeit zu tragen; andererseits steht dies im Zusammenhang mit dem aktuellen Bestreben, “ein gemeinsames Konzept und Verständnis für den Bereich der Partizipation in der Stadt Köln (kommunalpolitische Ebene) [zu erarbeiten], welches Jugendpartizipation als festen Bestandteil der Kölner Kommunalpolitik verankert und verstetigt” (siehe Ratsbeschluss vom 05.05.2022). Auch das Amt für Schulentwicklung der Stadt Köln hat ein ausdrückliches Interesse an aktuellen Einsichten bekundet.

Teilnehmende Schulen sind gebeten, die Umfrage in einer Klasse je zwei Jahrgangsstufen durchzuführen, wie folgt (je nach Schultyp):

  • eine 5. oder 6. Klasse;
  • eine 7. oder 8. Klasse;
  • eine 9. oder 10. Klasse;
  • eine 11. oder 12. (oder, falls vorhanden, 13.) Klasse;
  • an Berufskollegs zwei Klassen beliebiger, jedoch nach Möglichkeit unterschiedlicher Jahrgänge.

In der Regel nehmen also jeweils drei, an Gymnasien und Gesamtschulen je vier und an Berufskollegs je zwei Klassen teil. 

Die Umfrage soll in den oben genannten Klassen im Zeitraum bis zum 31. März stattfinden. Der Ihnen zur Verfügung gestellte Link zur Umfrage ist nur für diesen Zeitraum gültig.

Aus Gründen der Gleichbehandlung soll die Umfrage in Präsenz im Klassenverband durchgeführt werden – siehe Hinweise zur Durchführung weiter unten. Dies wird in der Regel bedeuten, dass die Durchführung der Umfrage pro teilnehmende Klasse den Einsatz einer (halben) Unterrichtsstunde erfordert.

Das Ausfüllen des Fragebogens nimmt ca. 15-20 Minuten in Anspruch (empfohlener Rahmen, nach Bedarf dehnbar). Zur Einleitung werden je nach Klasse voraussichtlich weitere 1-5 Minuten benötigt. 

An dieser Stelle sei herzlich empfohlen, die Gelegenheit zu nutzen und die verbleibende Zeit in der angebrochenen Schulstunde für eine gemeinsame Reflexion über das Thema Mitsprache zu verwenden. 

Die Umfrage erfolgt über einen online-Fragebogen mit den folgenden drei Abschnitten:

(1) Persönliche Angaben

Der erste Abschnitt umfasst einige Angaben, die für eine sinnvolle Auswertung der Umfrage unerlässlich sind:

  • Geschlecht
  • Alter
  • Geburtsland
  • (Wohndauer in Deutschland)
  • Muttersprache(n)
  • Selbsteinschätzung Deutschkenntnisse
  • Social Media
  • Generelle Zufriedenheit

(2) Erfahrungen an der Schule

Der zweite Abschnitt fragt nach den Erfahrungen und Anliegen von Schüler:innen an ihrer Schule. Hier soll dokumentiert werden, in welchen Aspekten ihrer Schulerfahrung Schüler:innen besonderen Handlungsbedarf sehen. Konkret werden folgende Punkte abgefragt:

  • Stadtbezirk
  • Schultyp
  • Jahrgangsstufe
  • Wie gerne gehst du zur Schule?
  • Zufriedenheit mit verschiedenen Aspekten des Schulalltags
  • Hervorhebung eines dieser Aspekte
  • Dringlichkeit von Verbesserung
  • Vorschlag für eine konkrete Verbesserung

(3) Beteiligung

Der dritte Abschnitt erhebt schließlich Erfahrungswerte in Bezug auf Beteiligung im engeren Sinne. (Aus Gründen der Verständlichkeit verwendet der Fragebogen selbst die Begriffe “Mitsprache” bzw. “Mitbestimmung”.)

  • Umgang mit Wünschen und Ideen in der Schule
  • Teilnahme an Beteiligungsstrukturen
  • Bedürfnis nach Mitbestimmung
  • Themenschwerpunkte

Eine Übersicht der einzelnen Fragen, ihrer Formulierung und Formatierung entnehmen Sie bitte dem Fragebogen selbst. Den Link zur Umfrage haben Sie mit dem Rundschreiben des Amts für Schulentwicklung vom 10.03.2023 erhalten.

(1) Grundsätzliches

Zum Fragebogen gelangen Sie hier.

Zur Auswahl der teilnehmenden Klassen lesen Sie bitte den Abschnitt “Umfang der Umfrage” oben.

Um gleiche Voraussetzungen (Zugang zu Endgeräten und Internet, Gelegenheit zu inhaltlicher und sprachlicher Hilfestellung) zu gewährleisten, soll die Umfrage in Präsenz im Klassenverband durchgeführt werden.

In der Regel wird dies bedeuten, dass die Durchführung während der Unterrichtszeit stattfindet. Hierzu möchte Sie das Umfrage-Team von Zukunftsrat Köln und GESIS gemeinsam mit dem Amt für Schulentwicklung ausdrücklich ermutigen. Allerdings bleibt die Abwägung der Vertretbarkeit von Unterrichtsausfall ausschließlich im Ermessen einer jeden Schulleitung.

(2) Technisches

Die Umfrage erfolgt über einen online-Fragebogen auf der Plattform Unipark und lässt sich über jeden handelsüblichen Browser öffnen, ausfüllen und absenden.

Hierzu benötigt jede:r Teilnehmende:r ein internetfähiges Endgerät sowie eine stabile Internetverbindung.

Eine besondere Kenntnis im Umgang mit Umfragen ist nicht erforderlich. Bei jüngeren Teilnehmenden empfiehlt sich gegebenenfalls eine kurze Demonstration.

(3) Moderation

Der Bedarf an Moderation und Hilfestellung beim Ausfüllen des Fragebogens kann von Klasse zu Klasse stark variieren. 

Grundsätzlich soll zum Einstieg auf folgende Punkte hingewiesen werden:

  1. Die Umfrage ist anonym. Wichtig ist hierbei, dass Schüler:innen verstehen, dass niemand ihre Antworten auf ihre Person wird zurückführen können.
  2. Die Umfrage ist freiwillig. Allerdings soll vermieden werden, dass Schüler:innen sich eingeladen fühlen, etwa aus Gründen der sozialen Dynamik in der Klasse die Teilnahme zu verweigern.

Ebenso empfiehlt es sich in aller Kürze der Zweck der Umfrage anzusprechen. (Siehe hierzu das Vorwort sowie den Abschnitt “Zielsetzung der Umfrage” weiter oben.) 

Darüber hinaus mag es je nach Klasse erforderlich sein, bestimmte Fragen oder auch einzelne Begriffe verständlich zu machen. Über den bereitgestellten Link ist Ihnen hierzu der Fragebogen zur Einsicht jederzeit zugänglich.

Zudem gibt es zwei Fragen, deren Antwort idealerweise von der betreuenden Lehrperson vorgegeben werden, nämlich zu Anfang des zweiten Abschnitts:

  • In welchem Stadtbezirk liegt deine Schule?
  • An welchem Typ Schule bist du?

Weitere optionale Hinweise: 

  • Der Fragebogen hat zwei ‘offene’ Fragen, bei denen Schüler:innen in ihren eigenen Worten antworten können. Damit hier keine Romane entstehen, gibt es jeweils ein (recht knappes) Limit von 200 Zeichen. Es ist jeweils völlig ausreichend, in Stichpunkten zu antworten.
  • Der Fragebogen ist so gestaltet, dass bereits gegebene Antworten jederzeit korrigiert werden können.
  • Es ist methodisch nicht erforderlich, dass Schüler:innen den Fragebogen in strikter Einzelarbeit ausfüllen. Je nach Klasse kann es hilfreich sein, im überschaubaren Rahmen einen Austausch zu ermöglichen. Nicht wünschenswert ist es allerdings, dass sich größere Gruppen oder gar die ganze Klasse bei ihren Antworten absprechen.
  • Es ist ebenfalls methodisch nicht erforderlich, den Fragebogen binnen einer bestimmten Zeit auszufüllen. Allerdings sollten Schüler:innen ausreichend Zeit bekommen. Die empfohlene Bearbeitungsdauer beträgt 15-20 Minuten; diese kann aber nach Bedarf angepasst werden.

Kontakt

Für Rückfragen steht Ihnen das Umfrage-Team unter umfrage@zukunftsrat.koeln jederzeit gerne zur Verfügung.

Die Umfrage “Mitsprache von Schüler:innen in Köln” wird durchgeführt von Zukunftsrat Köln e.V. (Verantwortlicher im Sinne des Datenschutzes) und GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften in Köln.

Zukunftsrat Köln e.V. wurde 2022 von Kölner Bürger:innen gegründet mit dem Ziel, innovative und breitenwirksame Formate der Bürgerbeteiligung in Köln dauerhaft zu verankern. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Methode der “losbasierten Bürgerräte”. Hierzu berät der Verein die Stadt Köln bei der Umsetzung des geplanten “Bürgerrat Mobilität”. Für das Schuljahr 23/24 ist mit dem “Zukunftsrat Schule” das erste eigene Beteiligungsformat geplant – mit finanzieller Unterstützung durch die gemeinnützige Hertie-Stiftung.

GESIS – Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften (Standort Köln) erbringt grundlegende, überregional und international bedeutsame forschungsbasierte Dienstleistungen für die Sozialwissenschaften. Als die größte europäische Infrastruktureinrichtung für die Sozialwissenschaften steht GESIS Wissenschaftler:innen auf allen Ebenen ihres Forschungsprojekts mit Expertise und Dienstleistungen beratend zur Seite. Mit dieser Unterstützung lassen sich gesellschaftlich relevante Fragen auf der Basis neuester wissenschaftlicher Methoden, qualitativ hochwertiger Daten und Forschungsinformationen beantworten. GESIS wird aus Mitteln von Bund und Ländern finanziert.


Kontakt

Tatyana Thye und Thomas Leszke (Zukunftsrat Köln e.V.)

Email: umfrage@zukunftsrat.koeln